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Erfahre im Portrait von JOINT FORCES Club-Mitglied Theresa Ehsani, wie sie zu ihrem Erfolg gekommen ist und was ihre persönlichen Motive sind.

Name: Theresa Ehsani

Wohnort: Madrid (ES) und Österreich

Business: Wirtschaftspsychologin und psychology driven brand strategist

 

Wann ist Dir zum ersten Mal bewusst geworden, dass Du mit Deinem Business Erfolg haben wirst und von nun an davon leben kannst?

Ich bin von Anfang an davon ausgegangen, dass ich mit meinem Business Erfolg haben werde und hatte bewusst keinen Plan B. Ich habe 2002 Wirtschaft und Psychologie zu studieren begonnen und in beiden Studiengängen einen Masterabschluss. Zu dem Zeitpunkt damals war das noch eine ungewöhnliche Kombination. In den 7 Jahren danach in Unternehmensberatungen kam mir aber beides zugute. Als ich zum ersten Mal schwanger war (2013), habe ich eine einjährige zusätzliche systemische Coaching-Ausbildung in Berlin gemacht und auch direkt meine ersten Coachings gegeben. 

Mein Mann und ich sind dann nach Spanien (Madrid) ausgewandert und ich wollte mich eigentlich sofort selbstständig machen. Dort angekommen habe ich aber ein wirklich unwiderstehliches Job-Angebot von der weltweit führenden Digital Marketing Consultancy erhalten, dem ich nicht widerstehen konnte. 

Meine anfängliche Begeisterung wurde schnell im Keim erstickt: Dort wurde meine Kreativität gebremst und mein Wissen nicht wirklich genutzt. Alles war sehr hierarchisch und ich bekam auch starke kulturelle Unterschiede zu spüren. Das dortige Machtgefüge war noch hierarchischer und männerdominierter als wir es hier kennen. Ein Beispiel: Wir arbeiteten alle in einem Großraumbüro und es durfte niemand gehen, bevor der Chef geht. Das war völlig skurril.

Zusätzlich zu meiner Vollzeit-Stelle in dem Unternehmen hatte ich mit meinem Partner die Vereinbarung getroffen, jeden Mittwochabend drei Stunden Zeit für meine Coachingklienten zu erhalten. Diese drei Stunden machten mir allerdings viel mehr Freude als meine eigentliche Arbeit. Da wusste ich: Da stimmt was nicht.

In der spanischen Kultur wird derjenige befördert, der am lautesten über die Witze des Chefs lacht, anstatt die Person, die am geeignetsten ist. Das war mir so zuwider, dass ich bei diesem Spiel nicht mitmachen wollte. Ich habe stattdessen das Gespräch mit meinem Chef gesucht und ihm freundlich gesagt, dass er mit mir einen Ferrari in der Garage stehen hat und ich sehr gerne mehr beitragen würde. Er hat mich nur angeschaut und gesagt: “Ich glaube nicht, dass du dazu fähig bist.” 

Offen Kritik zu äußern bedeutet in Spanien nämlich, die Fähigkeiten der anderen Person in Frage zu stellen. Er hat gemeint, dass ich ihm vorwerfe eine schlechte Führungsperson zu sein. Danach habe ich es auch noch gewagt mich an die Führungsebene, die über ihm stand, zu wenden und als ich daraufhin immer schlechtere Projekte zugewiesen bekam (dabei ging es ausschließlich darum Macht zu zeigen), wusste ich: Ich kann hier nicht mehr bleiben. 

Zu dem Zeitpunkt war ich bereits erneut schwanger und entschied mich, einfach nur noch bis zur Geburt abzuwarten. Da ich keine großen Projekte mehr betreuen durfte, fing ich an Blogs zum Thema Online-Business zu lesen. Dabei bin ich auf eine Challenge gestoßen, bei der es darum ging wie man ein Online-Business gründet. 

Mein Thema war immer schon die Markenentwicklung. Im anschließenden  Programm nach der Challenge wurde mir geraten, genau dies mit meinem Coaching-Knowhow und meinem psychologischen Wissen zu kombinieren – Ich fing Feuer und startete direkt mit der Planung meines Business. Noch kurz vor der Geburt (nur einen Monat vorher) habe ich dann offiziell gegründet. 

So viele haben mich für verrückt gehalten, da ich einen so prestigeträchtigen Job kündige und mich kurz vor der Geburt auch noch selbständig machte. Zusätzlich dazu waren mein Mann und ich allein in Madrid und hatten keinerlei familiäre Unterstützung vor Ort für die Kinder. Ich habe aber keine Sekunde geglaubt, dass es nicht funktionieren würde. Ich war Feuer und Flamme und es gab für mich keinen Plan B. Und ich hatte Recht.

Wie sieht Dein Business heute aus? Was bietest Du an?

Mein Business ist mittlerweile – wie auch meine Tochter – 6 Jahre alt. Mein Portfolio besteht aus meinem Signature Markenbildungsprogramm “BRAND YOUR BUSINESS”, meinem Buch + zugehörigen Kurs zur Nutzung der Markenpersönlichkeit mit Hilfe des Archetypenmodells BOOST YOUR BRAND sowie meine 1:1 VIP Mentorings für Fortgeschrittene (dabei handelt es sich meist um Rebrandings). Zusätzlich leite ich seit vielen Jahren eine Mastermind.

Wer hat Dich auf Deinem bisherigen Weg am meisten inspiriert?

Meine Mutter ist definitiv eine Inspiration für mich. Sie hat mich immer darin bestärkt das zu tun, woran ich wirklich Spaß habe. Sie sagte immer zu mir und meinen Geschwistern: “Wenn du etwas gerne machst, bist du gut darin!”  Weiters hat mich mein Dozent in der Coachingausbildung damals in Berlin sehr inspiriert.

Marie Forleo inspiriert mich auch. Als ich damals im Beraterjob im 30.Stock des Büroturms saß und viele Blogs gelesen habe, bin ich auf ihre Videos gestoßen und habe sie “binch-gewatcht”. Sie inspirierte mich sehr. 

Die Malerin Frida Kahlo ist ebenfalls eine Inspiration für mich. Sie konnte nach einem Unfall nicht mehr gehen und das in einer Zeit und in einer Kultur, wo Frauen in der Kunst noch weniger existieren als heute. Doch sie machte aus ihrer “miserablen Situation” das Beste. Fand Lösungen. Das zeigt: Es gibt immer einen Weg einzigartig zu sein. Sie hat eine Lösung gesucht, um ihre Leidenschaft zu leben, obwohl die Rahmenbedingungen nicht gut waren. So hat sie sich selbst zur Marke gemacht. So wie ich es meinen Kunden immer sage: Sei neu, anders oder besser. Frida Kahlo war anders.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Dir aus? Nimm uns gerne einmal im Detail mit durch einen typischen Tag, vom Aufstehen bis zum Ins-Bett-Gehen.

Ich bin mittlerweile Mama von 3 Kindern – denn 2020 kam mein kleiner Sohn zur Welt. Mein großer Sohn geht bereits zur Schule – daher klingelt der Wecker um 06:30 Uhr. Ich mache dann zuerst die Kinder für den Kindergarten und die Schule fertig und mein Partner bringt sie dorthin. Ich bringe den 2-jährigen in den Kindergarten und dann geht es an 3 Tagen die Woche ins Co-Working.

Dort bleibe ich bis 15:00 Uhr – dann endet mein Arbeitstag und ich hole ich die Kinder wieder ab und verbringe die Zeit mit ihnen. Die restlichen beiden Tage nutze ich flexibel für mich selbst, um an meinem Business zu arbeiten und interne Meetings mit meinem Team zu erledigen.  

Ich hatte in meinem Business von Anfang an – abhängig vom Alter der Kinder – zwischen 5 – 25 Wochenstunden zur Verfügung, da sie den Rhythmus vorgeben. Das ist manchmal eine Herausforderung, andererseits aber auch eine Chance. Und es passt für mich, denn mein Erfolg gibt mir Recht: es geht um Fokus, nicht um verfügbare Stunden. 

Und wenn die Kinder nicht gewesen wären, hätte ich mich vermutlich gar nicht selbständig gemacht. Und jedes brachte mich und mein Business auf ein neues Level: Als ich zum ersten Mal schwanger war, habe ich die Coaching-Ausbildung gemacht. Beim zweiten Mal habe ich mich selbständig gemacht. Jetzt beim dritten Kind habe ich ein Buch geschrieben. Ich konnte dank der Kinder mein Business immer wieder aufs nächste Level heben. Ich möchte meinen Kinder vorleben: Es geht sowohl-als auch und nicht nur entweder-oder. Wenn man es wirklich will, schafft man es auch. Meine Tochter hat z.B. schon mit zwei Jahren zu mir gesagt: Mama, hast du heute wieder ein Coaching? Außerdem bin ich frei und diese Freiheit ist das Allergenialste an meinem Business. Ich muss niemandem Rechenschaft ablegen, wenn es um Urlaub, arbeiten oder Freizeit geht.

Wie definierst Du für Dich Erfolg?

Erfolg bedeutet für mich Freiheit. Zum einen meine ich damit finanzielle Freiheit. Ich möchte mir gerne kaufen können, was ich möchte, ohne auf die Preise und meinen Kontostand zu achten. Aber ich brauche keine Statussymbole. Eine Gucci-Tasche bedeutet mir nichts. Zum anderen bedeutet Freiheit für mich, viel reisen zu können und grundsätzlich ortsunabhängig zu sein. Für meine Arbeit brauche ich ja nur eine gute Internetverbindung und einen Computer. 

Mir ist auch sehr wichtig, dass ich meine Zeit komplett frei einteilen kann. Wenn ich meine Kinder vom Kindergarten oder von der Schule abhole, denken sehr viele automatisch, dass ich entweder Hausfrau oder das Kindermädchen sei. Daran sieht man, wie weit unsere Gesellschaft von Gleichberechtigung noch entfernt ist. Denn ich bezweifle, dass irgendjemand derartiges über einen Vater, der sein Kind abholt, denken würde. Im Kopf der meisten besteht die Option, eine sehr erfolgreiche Unternehmerin zu sein und gleichzeitig mit den Kindern im Park zu spielen, nicht. Da spielen ich und meine Kolleginnen eine wichtige Vorreiterrolle und erfüllen auch einen Generationenauftrag.

Was war Dein bisher wichtigstes Learning?

Ich habe ständig neue Learnings, Krisen und Erfolge. Ein eigenes Business ist ein unglaubliches Auf und Ab an Learnings. Eines, das mich oft beschäftigt, ist, dass ich die “Selbstsabotage” einiger Kundinnen nicht verhindern kann. Ein Beispiel: Ich hatte eine Kundin, sie war wirklich erfolgreich, doch sie hat sich selbst sabotiert. Ihre Markenstrategie war wirklich genial. Kundenanfragen, steigende Sichtbarkeit, alles lief wie am Schnürchen. Trotzdem hat sie alles beendet, weil sie selbst ihrem Erfolg nicht glaubte.

Die stärkste Marke bringt dir nichts, wenn du gleichzeitig auf dem Gas und auf der Bremse stehst. In meiner Arbeit geht es nicht nur um Markenstrategien, Slogans und Brand Konzepte, das Mindset ist natürlich wichtiger Bestandteil jeder Marke. Und genau dort, im Mindset, liegen einige Punkte außerhalb des Einflussbereichs eines jeden. Das zu akzeptieren, war ein Lernprozess für mich.

Welche war bisher Deine beste Business-Entscheidung?

Die beste Entscheidung war, mit meinem Business überhaupt erst zu starten. 😊  Darüber hinaus war es eine sehr gute Entscheidung, von Anfang an mit Freelancern zusammen zu arbeiten. Ich folgte dem “Hire Your Weakness – Approach” und habe konkret überlegt an welchen Stellen ich noch Dinge auslagern kann – denn in meiner knapp bemessenen Arbeitszeit zählt jede Sekunde. Zum Glück habe ich Leute gefunden, die richtig gut sind. Wenn ich all diese Dinge nicht ausgelagert hätte, würde es nicht funktionieren.

Was war bisher Deine größte Business-Herausforderung?

Bei meiner ersten eigenen Website ergab sich direkt eine große Business-Herausforderung. Ich war damals zu blauäugig und habe eine Bekannte damit beauftragt. Ich war ihre erste Kundin. 

Die Website sah von außen zwar schön aus, aber dahinter war sie komplett falsch programmiert. Die Website machte mir nur Probleme, sie war von vorne bis hinten zum wegschmeissen. Es ließen sich keine Plugins installieren und in meiner Verzweiflung deaktivierte ich sogar die “Home” für einige Zeit. Ist witzigerweise niemandem aufgefallen.

Es gab aber noch eine andere Sache: Ich habe einmal gegen mein Bauchgefühl einen Auftrag angenommen. Die Kundin brauchte aber eher einen Therapeuten als ein Markenstrategien. Ich brach die Zusammenarbeit dann ab. So etwas mache ich nie wieder. 

Was war das bisher das wichtigste Ereignis in Deinem Leben, außerhalb des Business?

Eines der wichtigsten Ereignisse in meinem Leben war, dass ich mich in meinem früheren Job dafür eingesetzt habe, ein halbes Jahr im Ausland (Spanien) arbeiten zu können. In dieser Zeit habe ich mich in Spanien verliebt. Mein Partner und ich lieben es zu reisen und andere Kulturen kennen zu lernen. Er hat mich dort besucht und wir haben beschlossen dorthin zu ziehen. 

Es ist so schön, dass unsere Kinder hier aufwachsen können. Multi-Kulti bedeutet für uns nicht nur mit einer anderen Sprache aufzuwachsen, sondern auch das Bewusstsein für Vielfalt der Menschen zu entwickeln. Die allgemeine Offenheit gegenüber anderen Kulturen ist uns sehr wichtig. 

Was wolltest Du unbedingt immer schon einmal machen (Business oder privat)?

Ich bin zwar schon sehr viel gereist, aber einige Länder möchte ich unbedingt noch einmal sehen (Südamerika z.B.) und andere ganz neu entdecken wie z.B. Madagaskar, Malaysien und den Amazonas. Ich war zum Studieren in Dänemark und will auch noch einiges in Skandinavien bereisen. Ich möchte meinen Kindern jedes Jahr einen neuen Ort zeigen und ich möchte, dass sie ihre eigenen Stärken kennen, in sich selbst glauben und stolz auf sich selbst sind.

Es gibt aber noch einige andere Dinge, die ich gerne machen oder in denen ich besser werden möchte: regelmäßiger Yoga bzw. generell mehr Sport machen, einen Fotografie-Kurs besuchen, mehr lesen und die persische Sprache lernen.

Wie lautet Dein persönliches Motto?

Wer will findet Wege. Wer nicht will findet Gründe. Hinsichtlich der eigenen Marke mein Slogan: “Sei eine Stimme, kein Echo.”

Hier geht es zu Theresas Webseite und vernetze Dich gerne mit ihr auf folgenden Kanälen:

Ich persönlich bin eigentlich kein “Netzwerktyp” und hatte ehrlich gesagt auch keine gute Meinung zu dem Thema. Doch ich dachte mir: gerade deshalb solltest du dich dem Ganzen widmen, Theresa. Und ich bin froh, dass ich es gemacht habe! 

Durch JOINT FORCES konnte ich nämlich meine Reichweite vergrößern, Vorträge halten, selbst Expertinnen für meine eigene Mastermind kennenlernen und buchen. Ich wurde in Podcasts eingeladen, zu Kongressen, hatte inspirierende Gespräche, spannenden Austausch. Mir wurden bei Nachfrage Freelancer, die ich für gewisse Themen suchte, empfohlen.

Am Besten gefallen mir die “blind dates” mit anderen Unternehmerinnen, die man noch nicht kennt – diese “Matches” werden von Anke zusammengesetzt und sie hat ein super Händchen dafür. Ich konnte wunderbare Menschen kennenlernen, es ergaben sich Freundschaften, Kooperationen und gegenseitiger Support. 

Spannend war auch, zu erkennen, dass einige im persönlichen Gespräch komplett anders wirkten als “draußen auf dem Markt” – umgekehrt wurde mir beispielsweise auch von einer Kollegin gespiegelt: “Wow, ich dachte, du seist total ruhig und zurückhaltend – und in live lachst du durchgehend von einem Ohr zum anderen!”

Theresa Ehsani

Wirtschaftspsychologin und psychology driven brand strategist

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